Wahrscheinlichkeit: Laplace-Experimente und Baumdiagramme
Du berechnest Wahrscheinlichkeiten bei Würfel, Münze und Urne und nutzt Baumdiagramme für mehrstufige Zufallsexperimente.
So funktioniert es
Ein Zufallsexperiment ist ein Vorgang, dessen Ergebnis man nicht vorhersagen kann, etwa ein Würfelwurf. Alle möglichen Ergebnisse bilden die Ergebnismenge, beim Würfel {1, 2, 3, 4, 5, 6}. Ein Ereignis ist eine Auswahl von Ergebnissen, zum Beispiel „gerade Zahl“ = {2, 4, 6}.
Laplace-Regel
Sind alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich, heißt das Experiment Laplace-Experiment. Dann gilt:
P(E) = Anzahl der günstigen Ergebnisse : Anzahl aller möglichen Ergebnisse
Beim Würfel ist P(gerade Zahl) = 36 = 12 = 0,5 = 50 %.
Wahrscheinlichkeiten liegen immer zwischen 0 (unmöglich) und 1 (sicher). Die Gegenwahrscheinlichkeit ist P(nicht E) = 1 − P(E).
Mehrstufige Experimente
Wirfst du zweimal eine Münze, zeichnest du ein Baumdiagramm: Erste Stufe mit den Ästen Kopf und Zahl, an jedem Ende wieder zwei Äste. Zwei Regeln helfen:
- Pfadregel (Produktregel): Die Wahrscheinlichkeit eines Pfades ist das Produkt der Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades.
- Summenregel: Gehören mehrere Pfade zu einem Ereignis, addierst du ihre Wahrscheinlichkeiten.
P(zweimal Kopf) = 12 · 12 = 14.
Mit und ohne Zurücklegen
In einer Urne liegen 3 rote und 2 blaue Kugeln. Ziehst du zweimal mit Zurücklegen, bleiben die Wahrscheinlichkeiten gleich. Ohne Zurücklegen ändern sie sich: Ist die erste Kugel rot, sind nur noch 2 rote von 4 Kugeln übrig.
Relative Häufigkeit
Wirft man sehr oft, nähert sich die relative Häufigkeit eines Ereignisses der Wahrscheinlichkeit an. Das nennt man das empirische Gesetz der großen Zahlen.
Merksatz
Laplace: P = günstige : mögliche Ergebnisse. Im Baumdiagramm entlang eines Pfades multiplizieren, verschiedene Pfade addieren. P(Gegenereignis) = 1 − P(E).
Beispiele
Beispiel 1
- Erste Kugel rot: 35
- Zweite rot, wenn die erste rot war: 24
- Pfadregel: 35 · 24 = 620
Ergebnis P(rot, rot) = 310 = 30 %
Beispiel 2
- Es gibt 6 · 6 = 36 gleich wahrscheinliche Paare.
- Günstig: (1,6), (2,5), (3,4), (4,3), (5,2), (6,1), also 6 Paare
Ergebnis P(Summe 7) = 636 = 16
Aufgaben zum Üben
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel eine Zahl größer als 4 zu werfen?
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{5, 6}: 26 = 13
Wie wahrscheinlich ist es, beim dreifachen Münzwurf dreimal Zahl zu werfen?
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(12)³ = 18
Wie wahrscheinlich ist es, bei zwei Würfen mindestens eine 6 zu werfen?
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Gegenereignis „keine 6“: (56)² = 2536. Also 1 − 2536 = 1136 ≈ 30,6 %.
Urne: 3 rot, 2 blau, zweimal ohne Zurücklegen. P(genau eine blaue)?
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35 · 24 + 25 · 34 = 620 + 620 = 35
Häufige Fehler vermeiden
Bei „mindestens eine 6 in zwei Würfen“ wird 16 + 16 = 13 gerechnet.
Dabei wird der Fall „zweimal 6“ doppelt gezählt. Sicherer ist das Gegenereignis: 1 − (56)² = 1136.
Ohne Zurücklegen werden auf der zweiten Stufe dieselben Wahrscheinlichkeiten wie auf der ersten verwendet.
Nach dem Ziehen fehlt eine Kugel, Zähler und Nenner ändern sich.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 8 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.