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Mathe · Klasse 13

Bedingte Wahrscheinlichkeit und Vierfeldertafel

Lesezeit etwa 3 Minuten · 2 Beispiele · 3 Übungen · Redaktion Lektion.net · Stand 11.10.2026

Du berechnest bedingte Wahrscheinlichkeiten mit Vierfeldertafel und Baumdiagramm, prüfst Unabhängigkeit und verstehst, warum positive Tests oft täuschen.

Worum es geht

Die bedingte Wahrscheinlichkeit P_B(A) (auch P(A | B) geschrieben) ist die Wahrscheinlichkeit für A, wenn bekannt ist, dass B eingetreten ist:

P_B(A) = P(A ∩ B) : P(B)

Man betrachtet also nur noch die Fälle, in denen B eintritt, und fragt, welcher Anteil davon auch A ist.

Die Vierfeldertafel

Zwei Merkmale mit je zwei Ausprägungen ordnest du in einer Tabelle an. Beispiel: 1 000 Personen, Merkmal „krank“ (K) und „Test positiv“ (T):

Tnicht TSumme
K18220
nicht K49931980
Summe679331 000

Daraus liest du ab: P_K(T) = 18 : 20 = 0,9 (90 % der Kranken werden erkannt). Aber P_T(K) = 18 : 67 ≈ 0,269. Nur etwa 27 % der positiv Getesteten sind wirklich krank, weil die Krankheit selten ist und es viele falsch positive Ergebnisse gibt.

Baumdiagramm und umgekehrter Baum

Im Baumdiagramm stehen auf der zweiten Stufe bedingte Wahrscheinlichkeiten. Fragt die Aufgabe nach der umgekehrten Bedingung, hilft die Vierfeldertafel oder der Satz von Bayes: P_B(A) = P(A) · P_A(B) : P(B).

Unabhängigkeit

Zwei Ereignisse A und B heißen stochastisch unabhängig, wenn P(A ∩ B) = P(A) · P(B). Dann gilt auch P_B(A) = P(A): Das Wissen über B ändert nichts an der Wahrscheinlichkeit von A.

Kurz gemerkt

P_B(A) = P(A ∩ B) : P(B). Achte genau darauf, welches Ereignis die Bedingung ist. Unabhängig heißt P(A ∩ B) = P(A) · P(B).

Beispiele

Beispiel 1

In einer Klasse spielen 60 % ein Instrument, 25 % singen im Chor, 15 % tun beides. Wie wahrscheinlich singt ein Instrumentalist im Chor?
  1. I: Instrument, C: Chor. P(I) = 0,6, P(I ∩ C) = 0,15
  2. P_I(C) = 0,15 : 0,6

Ergebnis P_I(C) = 0,25. Da auch P(C) = 0,25 ist, sind die Ereignisse unabhängig.

Beispiel 2

Ein Test erkennt eine Krankheit (Häufigkeit 1 %) mit 95 % Sicherheit und schlägt bei Gesunden in 2 % der Fälle falsch an. Wie wahrscheinlich ist man bei positivem Test krank?
  1. P(K ∩ T) = 0,01 · 0,95 = 0,0095
  2. P(nicht K ∩ T) = 0,99 · 0,02 = 0,0198
  3. P(T) = 0,0095 + 0,0198 = 0,0293
  4. P_T(K) = 0,0095 : 0,0293 ≈ 0,324

Ergebnis Nur etwa 32 %.

Jetzt bist du dran

Erst rechnen oder schreiben, dann vergleichen.

  1. P(A) = 0,4, P(B) = 0,5, P(A ∩ B) = 0,2. Sind A und B unabhängig?

    Lösung anzeigen

    0,4 · 0,5 = 0,2. Ja.

  2. P(B) = 0,3 und P(A ∩ B) = 0,12. P_B(A)?

    Lösung anzeigen

    0,12 : 0,3 = 0,4

  3. Aus der Vierfeldertafel oben: Wie wahrscheinlich ist ein negativer Test bei einer gesunden Person?

    Lösung anzeigen

    P_nicht K(nicht T) = 931 : 980 = 0,95

Häufige Fehler vermeiden

  • P_T(K) und P_K(T) werden gleichgesetzt.

    Die Bedingung macht den Unterschied: 90 % der Kranken sind positiv, aber nur etwa 27 % der Positiven sind krank.

  • Bei der bedingten Wahrscheinlichkeit wird durch die Gesamtzahl statt durch die Bedingung geteilt.

    Teile durch die Anzahl bzw. Wahrscheinlichkeit des Bedingungsereignisses.

Hinweis zur Klassenstufe

Dieses Thema steht in vielen Bundesländern in Klasse 13 auf dem Lehrplan. Je nach Land und Schulform kann es früher oder später kommen.

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