Zum Inhalt springen
lektion.net

Mathe · Klasse 13

Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung

Lesezeit etwa 3 Minuten · 2 Beispiele · 3 Übungen · Redaktion Lektion.net · Stand 11.10.2026

Du berechnest den Erwartungswert einer Zufallsgröße, beurteilst Spiele als fair oder unfair und misst die Streuung mit Varianz und Standardabweichung.

Schritt für Schritt erklärt

Eine Zufallsgröße X ordnet jedem Ergebnis eines Zufallsexperiments eine Zahl zu, zum Beispiel einen Gewinn in Euro. Ihre Wahrscheinlichkeitsverteilung gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit jeder Wert auftritt.

Erwartungswert

E(X) = μ = x₁ · P(X = x₁) + x₂ · P(X = x₂) + … + xₙ · P(X = xₙ)

Der Erwartungswert ist der Wert, den man bei sehr vielen Wiederholungen im Durchschnitt erwartet. Er muss selbst kein möglicher Wert sein: Beim Würfel ist E(X) = 3,5.

Faire Spiele

Ein Glücksspiel heißt fair, wenn der Erwartungswert des Gewinns (Auszahlung minus Einsatz) null ist. Ist er negativ, verliert der Spieler auf lange Sicht.

Varianz und Standardabweichung

Zwei Zufallsgrößen können denselben Erwartungswert haben, aber unterschiedlich stark streuen.

  • Varianz: V(X) = (x₁ − μ)² · P(X = x₁) + … + (xₙ − μ)² · P(X = xₙ)
  • Standardabweichung: σ = √V(X)

Die Standardabweichung hat dieselbe Einheit wie X und lässt sich deshalb besser deuten.

Bei der Binomialverteilung

Für eine binomialverteilte Zufallsgröße mit n und p gelten einfache Formeln:

  • E(X) = n · p
  • V(X) = n · p · (1 − p)
  • σ = √(n · p · (1 − p))

Wirft man 600-mal einen Würfel, erwartet man 600 · 16 = 100 Sechsen mit einer Standardabweichung von √(600 · 16 · 56) ≈ 9,13.

Das musst du dir merken

E(X) = Σ xᵢ · P(X = xᵢ), V(X) = Σ (xᵢ − μ)² · P(X = xᵢ), σ = √V. Binomialverteilung: E = np, V = np(1 − p). Fair heißt: erwarteter Gewinn gleich null.

Vorgemacht: Beispiele

Beispiel 1

Bei einem Spiel zahlt man 2 € Einsatz und würfelt. Bei einer 6 bekommt man 8 €, bei einer 5 bekommt man 3 €, sonst nichts. Ist das Spiel fair?
  1. Gewinn bei 6: 8 − 2 = 6 €, bei 5: 3 − 2 = 1 €, sonst −2 €
  2. E(G) = 6 · 16 + 1 · 16 + (−2) · 46 = 66 + 16 − 86 = −16

Ergebnis E(G) ≈ −0,17 €. Das Spiel ist nicht fair, der Spieler verliert im Schnitt etwa 17 Cent pro Spiel.

Beispiel 2

Berechne Varianz und Standardabweichung der Augenzahl eines Würfels.
  1. μ = 3,5
  2. V = 16 · ((−2,5)² + (−1,5)² + (−0,5)² + 0,5² + 1,5² + 2,5²) = 16 · 17,5
  3. V ≈ 2,917, σ ≈ 1,708

Ergebnis V = 3512 ≈ 2,92, σ ≈ 1,71

Übungsaufgaben mit Lösungen

Löse zuerst selbst, dann klappst du die Lösung auf.

  1. X nimmt die Werte 0, 1, 2 mit den Wahrscheinlichkeiten 0,5; 0,3; 0,2 an. E(X)?

    Lösung anzeigen

    0 + 0,3 + 0,4 = 0,7

  2. Binomialverteilung mit n = 50 und p = 0,2. E(X) und σ?

    Lösung anzeigen

    E = 10, σ = √(50 · 0,2 · 0,8) = √8 ≈ 2,83

  3. Welcher Einsatz macht das Würfelspiel aus Beispiel 1 fair?

    Lösung anzeigen

    Erwartete Auszahlung: 8 · 16 + 3 · 16 = 116 ≈ 1,83 €. Ein Einsatz von 116 € wäre fair.

Typische Fehler

  • Beim Erwartungswert werden die möglichen Werte einfach gemittelt, ohne Wahrscheinlichkeiten.

    Jeder Wert wird mit seiner Wahrscheinlichkeit gewichtet.

  • Beim fairen Spiel wird die Auszahlung statt des Gewinns gleich null gesetzt.

    Fair heißt: Erwartungswert von Auszahlung minus Einsatz ist null, also erwartete Auszahlung gleich Einsatz.

Hinweis zur Klassenstufe

In welcher Klasse genau dieses Thema drankommt, unterscheidet sich zwischen den Ländern. Klasse 13 ist der häufigste Zeitpunkt.

Nachhilfe · kostenlos anfragen

Bis zu drei Nachhilfe-Angebote erhalten

Online oder vor Ort, einzeln oder in der Gruppe: Ein kurzes Formular genügt.

  • Alle Fächer, Klasse 1 bis 13
  • Online oder vor Ort
  • Kostenlos und unverbindlich

Kostenloser Vermittlungsservice. Für die Vermittlung erhalten wir gegebenenfalls eine Vergütung von unseren Partnern, für dich entstehen keine Kosten.

✉ Nachhilfe finden