Wellen, Interferenz und das Doppelspaltexperiment
Du beschreibst Wellen mit Wellenlänge, Frequenz und Ausbreitungsgeschwindigkeit, erklärst Interferenz und berechnest Maxima beim Doppelspalt und Gitter.
Schritt für Schritt erklärt
Eine Welle entsteht, wenn sich eine Schwingung im Raum ausbreitet. Dabei wird Energie transportiert, aber kein Stoff: Eine Ente auf dem Teich wippt auf und ab, wird von der Welle aber nicht mitgenommen.
Wellenarten
- Transversalwelle (Querwelle): Die Teilchen schwingen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung (Seilwelle, Wasserwelle näherungsweise, Licht).
- Longitudinalwelle (Längswelle): Die Teilchen schwingen in Ausbreitungsrichtung (Schall in Luft).
Kenngrößen
- Wellenlänge λ: Abstand zweier benachbarter Wellenberge
- Frequenz f und Periodendauer T wie bei Schwingungen
- Ausbreitungsgeschwindigkeit c
c = λ · f
Schall breitet sich in Luft mit etwa 343 m/s aus (bei 20 °C), Licht im Vakuum mit c ≈ 3,00 · 10⁸ m/s.
Interferenz
Treffen zwei Wellen aufeinander, überlagern sie sich:
- konstruktive Interferenz: Berg trifft auf Berg, die Wellen verstärken sich. Bedingung: Der Gangunterschied Δs ist ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge, Δs = k · λ.
- destruktive Interferenz: Berg trifft auf Tal, die Wellen schwächen sich ab oder löschen sich aus. Bedingung: Δs = (k + ½) · λ.
Doppelspalt und Gitter
Fällt Licht auf zwei eng benachbarte Spalte, entsteht auf einem Schirm ein Muster aus hellen und dunklen Streifen. Thomas Young zeigte damit um 1802, dass Licht Welleneigenschaften hat.
Für die Richtung der Maxima beim Doppelspalt oder Gitter mit dem Spaltabstand g gilt:
sin α_k = k · λ : g
Für kleine Winkel kann man tan α ≈ sin α setzen und mit dem Abstand a zum Schirm und dem Abstand d_k des k-ten Maximums von der Mitte rechnen: d_k ≈ k · λ · a : g.
Ein Gitter mit vielen Spalten erzeugt schärfere Maxima. Damit misst man Wellenlängen sehr genau und zerlegt Licht in seine Farben.
Beugung
Wellen breiten sich auch hinter Hindernissen und Spalten aus, sie werden gebeugt. Das ist deutlich, wenn der Spalt etwa so groß wie die Wellenlänge ist. Deshalb hört man Schall um Ecken herum.
Merke
c = λ · f. Konstruktive Interferenz bei Gangunterschied k · λ, destruktive bei (k + ½) · λ. Maxima beim Doppelspalt und Gitter: sin α_k = k · λ/g.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
- λ = c : f = 3,00 · 10⁸ m/s : 1,00 · 10⁸ Hz
Ergebnis λ = 3,0 m
Beispiel 2
- g = 1 mm : 500 = 2 · 10⁻⁶ m
- sin α₁ = 1 · 650 · 10⁻⁹ : 2 · 10⁻⁶ = 0,325
Ergebnis α₁ ≈ 19,0°
Übungen
Schall mit 440 Hz (Kammerton a) in Luft (343 m/s). Wellenlänge?
Lösung anzeigen
λ = 343 : 440 ≈ 0,78 m
Bei welchem Gangunterschied löschen sich zwei gleich starke Wellen aus?
Lösung anzeigen
Bei Δs = ½ λ, 3/2 λ, 5/2 λ und so weiter.
Was wird bei einer Welle transportiert?
Lösung anzeigen
Energie, aber kein Stoff.
Darauf solltest du achten
Bei c = λ · f wird die Frequenz in MHz ohne Umrechnung eingesetzt.
100 MHz = 1,00 · 10⁸ Hz.
Es wird angenommen, dass sich Wellen bei Interferenz immer verstärken.
Je nach Gangunterschied verstärken oder schwächen sie sich.
Hinweis zur Klassenstufe
Wir ordnen das Thema Klasse 13 zu, weil es dort in den meisten Lehrplänen vorkommt. Bei dir kann die Reihenfolge abweichen.