Der tropische Regenwald
Du lernst das Klima und den Stockwerkbau des Regenwalds kennen, verstehst den kurzen Nährstoffkreislauf und die Folgen der Abholzung.
Das Wichtigste verständlich erklärt
Der tropische Regenwald liegt beiderseits des Äquators, etwa zwischen 10° N und 10° S. Die größten Gebiete befinden sich im Amazonasbecken in Südamerika, im Kongobecken in Afrika und in Südostasien (Indonesien, Malaysia).
Klima
- ganzjährig hohe Temperaturen um 25 bis 27 °C, kaum Jahresschwankung
- hohe Niederschläge, meist über 2 000 mm im Jahr, alle Monate humid
- Tageszeitenklima: Morgens ist es klar, die Sonne erwärmt Boden und Luft, feuchte Luft steigt auf, am Nachmittag gibt es heftige Gewitterregen (Zenitalregen).
Stockwerkbau
Der Regenwald ist in mehrere Stockwerke gegliedert:
- Urwaldriesen: einzelne Bäume bis 60 m Höhe
- Kronendach: geschlossene Baumkronen in etwa 30 bis 40 m Höhe, hier leben die meisten Tiere
- Mittelschicht mit jungen Bäumen, Lianen und Aufsitzerpflanzen (Epiphyten)
- Strauchschicht
- Krautschicht am dunklen Boden, wo nur wenige Prozent des Sonnenlichts ankommen
Der Regenwald ist der artenreichste Lebensraum an Land. Auf einem einzigen Hektar können mehrere Hundert Baumarten wachsen.
Der kurze Nährstoffkreislauf
Obwohl der Wald üppig wächst, sind die Böden nährstoffarm. Sie sind über Jahrmillionen tief verwittert und ausgewaschen. Die Nährstoffe stecken fast vollständig in den Pflanzen. Abgestorbene Blätter zersetzen sich in Wärme und Feuchtigkeit sehr schnell, Wurzelpilze geben die Nährstoffe direkt an die Bäume zurück. Man spricht von einem kurzen, geschlossenen Nährstoffkreislauf.
Nutzung und Zerstörung
- Traditionell: Indigene Völker betreiben Wanderfeldbau: Sie roden kleine Flächen durch Brandrodung, die Asche düngt, nach wenigen Jahren ist der Boden erschöpft, sie ziehen weiter und der Wald kann sich erholen.
- Heute: Große Flächen werden für Rinderweiden, Sojaanbau (vor allem Tierfutter), Ölpalmplantagen, Holzeinschlag, Bergbau und Staudämme gerodet.
Folgen der Abholzung
- Ohne Wald werden die dünnen Böden schnell ausgewaschen und erodieren, die Flächen sind nach wenigen Jahren unfruchtbar.
- Verlust von Tier- und Pflanzenarten
- Freisetzung großer Mengen Kohlenstoffdioxid, was den Klimawandel verstärkt
- Veränderung des regionalen Wasserkreislaufs, weil der Wald einen großen Teil seines Regens durch Verdunstung selbst erzeugt
- Vertreibung indigener Völker
Schutzmaßnahmen sind Schutzgebiete, Rechte für Indigene, zertifiziertes Holz und Lieferkettengesetze, die Produkte aus Entwaldung vom Markt fernhalten sollen.
Merke
Tropischer Regenwald: ganzjährig um 25 bis 27 °C, über 2 000 mm Niederschlag, Tageszeitenklima mit Zenitalregen, Stockwerkbau. Die Böden sind nährstoffarm, die Nährstoffe stecken in den Pflanzen (kurzer Nährstoffkreislauf). Abholzung zerstört Böden, Artenvielfalt und verstärkt den Klimawandel.
Beispiele mit Lösungsweg
Beispiel 1
- Die Nährstoffe waren in den Pflanzen gespeichert, nicht im Boden.
- Nach der Rodung düngt nur die Asche kurzzeitig.
- Starke Regenfälle waschen die restlichen Nährstoffe schnell aus.
Ergebnis Der Boden ist nach kurzer Zeit erschöpft, weil der kurze Nährstoffkreislauf unterbrochen wurde.
Beispiel 2
- 27 °C − 25 °C = 2 °C
Ergebnis Nur 2 °C, typisch für das Tageszeitenklima der inneren Tropen.
Übungsaufgaben mit Lösungen
Wo liegen die drei größten Regenwaldgebiete?
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Amazonasbecken, Kongobecken, Südostasien.
Was ist Zenitalregen?
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Heftiger Nachmittagsregen, der durch aufsteigende, feuchtwarme Luft bei hohem Sonnenstand entsteht.
Warum sind Regenwaldböden nährstoffarm?
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Sie sind stark verwittert und ausgewaschen, die Nährstoffe sind in den Pflanzen gespeichert.
Nenne zwei Ursachen der Regenwaldzerstörung.
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Zum Beispiel Rinderweiden und Sojaanbau (auch Ölpalmen, Holzeinschlag, Bergbau).
Typische Fehler
Es wird angenommen, Regenwaldböden seien besonders fruchtbar, weil dort so viel wächst.
Die Böden sind nährstoffarm, das Wachstum beruht auf dem schnellen Nährstoffkreislauf.
Wanderfeldbau und großflächige Rodung werden gleichgesetzt.
Der traditionelle Wanderfeldbau nutzt kleine Flächen, die sich wieder bewalden können.
Hinweis zur Klassenstufe
Wir ordnen das Thema Klasse 7 zu, weil es dort in den meisten Lehrplänen vorkommt. Bei dir kann die Reihenfolge abweichen.