Plattentektonik: Die Erde in Bewegung
Du lernst den Schalenbau der Erde kennen, Wegeners Theorie der Kontinentalverschiebung und was an den verschiedenen Plattengrenzen passiert.
So funktioniert es
Die Kontinente haben nicht immer so ausgesehen wie heute. Sie bewegen sich, sehr langsam, um wenige Zentimeter im Jahr. Die Lehre davon heißt Plattentektonik.
Der Schalenbau der Erde
| Schale | Tiefe etwa | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Erdkruste | bis 5 bis 10 km unter Ozeanen, 30 bis 70 km unter Kontinenten | fest, dünnste Schale |
| Erdmantel | bis 2 900 km | heißes Gestein, im oberen Bereich teilweise zähplastisch |
| äußerer Erdkern | bis 5 100 km | flüssig, vor allem Eisen und Nickel |
| innerer Erdkern | bis zum Mittelpunkt in etwa 6 370 km | fest, über 5 000 °C |
Die Erdkruste und der oberste feste Teil des Mantels bilden die Lithosphäre. Sie ist in große und kleine Platten zerbrochen, die auf der zähplastischen Asthenosphäre darunter gleiten.
Alfred Wegener
Der deutsche Forscher Alfred Wegener stellte 1912 die Theorie der Kontinentalverschiebung vor. Er stellte fest:
- Die Küsten von Südamerika und Afrika passen wie Puzzleteile zusammen.
- Auf beiden Seiten des Atlantiks finden sich gleiche Gesteine und Fossilien.
- Es gibt Spuren von Gletschern in heute tropischen Gebieten.
Er folgerte, dass alle Kontinente einst einen Urkontinent bildeten, Pangäa, der vor rund 200 Millionen Jahren zu zerbrechen begann. Zu Lebzeiten wurde Wegener belächelt, weil er den Antrieb nicht erklären konnte. Erst in den 1960er-Jahren bestätigten Untersuchungen des Meeresbodens seine Idee.
Antrieb
Als Antrieb gelten heute vor allem der Zug der absinkenden Platten an Subduktionszonen und Wärmeströmungen (Konvektion) im Erdmantel.
Die Plattengrenzen
- Divergente Grenze (Platten bewegen sich auseinander): Magma steigt auf und bildet neuen Meeresboden. Beispiel: Mittelatlantischer Rücken, der durch Island verläuft. Der Atlantik wird jedes Jahr um wenige Zentimeter breiter.
- Konvergente Grenze (Platten bewegen sich aufeinander zu): Die schwerere ozeanische Platte taucht unter die andere ab (Subduktion). Es entstehen Tiefseerinnen, Vulkane und Erdbeben, etwa an der Westküste Südamerikas (Anden). Stoßen zwei Kontinentalplatten zusammen, falten sie sich zu Hochgebirgen auf, so entstand der Himalaya.
- Transformstörung (Platten gleiten aneinander vorbei): Spannungen entladen sich in Erdbeben. Beispiel: San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien.
Kurz gemerkt
Die Lithosphäre besteht aus Platten, die sich wenige Zentimeter im Jahr bewegen. Wegener begründete 1912 die Kontinentalverschiebung (Urkontinent Pangäa). Plattengrenzen: divergent (auseinander, neuer Meeresboden), konvergent (aufeinander zu, Subduktion oder Gebirgsbildung), Transformstörung (aneinander vorbei).
Beispiele
Beispiel 1
- 2,5 cm · 10 000 000 = 25 000 000 cm
- 25 000 000 cm = 250 000 m = 250 km
Ergebnis Um etwa 250 km.
Beispiel 2
- In den Anden taucht die ozeanische Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte ab, dabei schmilzt Gestein und Magma steigt auf.
- Im Himalaya stoßen zwei Kontinentalplatten zusammen, keine taucht tief ab, es wird kaum Magma gebildet.
Ergebnis Vulkanismus entsteht bei Subduktion, nicht bei der Kollision zweier Kontinente.
Aufgaben zum Üben
Wie hieß der Urkontinent nach Wegener?
Lösung anzeigen
Pangäa.
Welche Art Plattengrenze liegt am Mittelatlantischen Rücken?
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Eine divergente Grenze.
Was ist Subduktion?
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Das Abtauchen einer Platte unter eine andere.
Nenne ein Beispiel für eine Transformstörung.
Lösung anzeigen
Die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien.
Fehler, die Punkte kosten
Der Erdmantel wird als flüssiges Magma beschrieben.
Der Mantel besteht überwiegend aus festem Gestein, das sich über lange Zeit zähplastisch verformt. Flüssig ist der äußere Kern.
Die Platten werden als schnell bewegt beschrieben.
Sie bewegen sich nur wenige Zentimeter pro Jahr, etwa so schnell, wie Fingernägel wachsen.
Hinweis zur Klassenstufe
Dieses Thema steht in vielen Bundesländern in Klasse 7 auf dem Lehrplan. Je nach Land und Schulform kann es früher oder später kommen.