Die Kreuzzüge
Du lernst Ursachen, Verlauf und Folgen der Kreuzzüge kennen und betrachtest sie aus christlicher, muslimischer und jüdischer Perspektive.
Schritt für Schritt erklärt
Als Kreuzzüge bezeichnet man die Kriegszüge christlicher Heere aus Europa ins Heilige Land (Palästina) zwischen 1096 und 1291. Ziel war vor allem die Eroberung Jerusalems und der heiligen Stätten des Christentums.
Der Aufruf
1095 rief Papst Urban II. auf der Synode von Clermont (Frankreich) zum Kreuzzug auf. Anlass war ein Hilferuf des byzantinischen Kaisers, der von den muslimischen Seldschuken bedrängt wurde. Der Papst versprach den Teilnehmern den Erlass ihrer Sündenstrafen. Die Menge soll „Deus lo vult“ (Gott will es) gerufen haben.
Motive der Teilnehmer
- religiöse Motive: Befreiung der heiligen Stätten, Hoffnung auf Seelenheil
- wirtschaftliche Motive: Aussicht auf Land und Beute, besonders für jüngere Adelssöhne ohne Erbe
- politische Motive: Machtausweitung des Papstes und der Fürsten
- Abenteuerlust und gesellschaftliches Ansehen
- Handelsstädte wie Venedig und Genua erhofften sich Handelsvorteile.
Verlauf
- Der Erste Kreuzzug eroberte 1099 Jerusalem. Dabei verübten die Kreuzfahrer ein Massaker an muslimischen und jüdischen Einwohnern. Es entstanden Kreuzfahrerstaaten.
- 1187 eroberte der muslimische Herrscher Saladin Jerusalem zurück.
- Weitere Kreuzzüge folgten, darunter 1204 der Vierte Kreuzzug, der statt ins Heilige Land nach Konstantinopel führte und die christliche Stadt plünderte.
- 1291 fiel mit Akkon die letzte Bastion der Kreuzfahrer.
Verfolgung der Juden
Schon zu Beginn des Ersten Kreuzzugs 1096 überfielen Kreuzfahrer jüdische Gemeinden im Rheinland, etwa in Speyer, Worms und Mainz. Tausende Juden wurden ermordet oder zur Taufe gezwungen.
Perspektiven
Für viele Christen in Europa galten die Kreuzzüge als heiliger Krieg. Für die Muslime waren sie Angriffe fremder Eroberer, die als „Franken“ bezeichnet wurden. Für die jüdischen Gemeinden bedeuteten sie Verfolgung und Mord. Die Kreuzzüge zeigen, wie wichtig es ist, historische Ereignisse aus mehreren Perspektiven zu betrachten (Multiperspektivität).
Folgen
- Kulturaustausch: Europa lernte arabisches Wissen in Medizin, Mathematik (arabische Ziffern) und Astronomie kennen, wobei vieles auch über Spanien und Sizilien nach Europa kam.
- Aufschwung des Fernhandels und der italienischen Handelsstädte
- dauerhafte Belastung des Verhältnisses zwischen Christen und Muslimen sowie zwischen West- und Ostkirche
Merke
Kreuzzüge (1096 bis 1291): Aufruf Papst Urbans II. 1095, Eroberung Jerusalems 1099, Rückeroberung durch Saladin 1187, Fall Akkons 1291. Motive waren religiös, wirtschaftlich und politisch. Sie brachten Gewalt gegen Muslime und Juden, aber auch Handel und Kulturaustausch.
Beispiele mit Lösungsweg
Beispiel 1
- Religiös: Ein Ritter hoffte auf den Erlass seiner Sündenstrafen.
- Wirtschaftlich: Ein nachgeborener Adelssohn ohne Erbe hoffte auf eigenes Land im Osten.
Ergebnis Religiöse Heilserwartung und die Aussicht auf Land und Reichtum.
Beispiel 2
- Christliche Quellen sprechen oft vom heiligen Krieg und von Befreiung.
- Muslimische Quellen beschreiben Eroberung und Gewalt durch Fremde.
- Jüdische Quellen berichten von Verfolgungen.
Ergebnis Nur der Vergleich mehrerer Sichtweisen ergibt ein vollständiges und ausgewogenes Bild.
Übungsaufgaben mit Lösungen
Wer rief 1095 zum Kreuzzug auf?
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Papst Urban II.
Wann eroberten die Kreuzfahrer Jerusalem?
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1099.
Wer eroberte Jerusalem 1187 zurück?
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Saladin.
Mit welchem Ereignis endeten die Kreuzzüge ins Heilige Land?
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Mit dem Fall von Akkon 1291.
Typische Fehler
Die Kreuzzüge werden nur als religiöse Pilgerreisen beschrieben.
Neben dem Glauben spielten Machtinteressen, Land, Beute und Handel eine große Rolle.
Die Gewalt gegen Juden in Europa wird ausgeblendet.
Schon 1096 ermordeten Kreuzfahrer Tausende Juden im Rheinland.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 7 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.