Humanismus, Renaissance und Buchdruck
Du lernst, wie sich das Menschenbild am Beginn der Neuzeit wandelte, was Renaissance und Humanismus ausmacht und warum der Buchdruck die Welt veränderte.
Schritt für Schritt erklärt
Ab dem 14. Jahrhundert begann in Italien eine Zeit des Aufbruchs, die sich bis etwa 1600 über Europa ausbreitete. Sie markiert den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.
Renaissance
Renaissance bedeutet „Wiedergeburt“. Gemeint ist die Wiederentdeckung der antiken griechischen und römischen Kunst und Wissenschaft. Reiche Städte wie Florenz und Familien wie die Medici förderten Künstler und Gelehrte.
- Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) war Maler (Mona Lisa, Das Abendmahl), Erfinder, Ingenieur und Naturforscher.
- Michelangelo (1475 bis 1564) schuf die Statue des David und die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle.
- Künstler nutzten die Zentralperspektive und studierten den menschlichen Körper genau.
Humanismus
Der Humanismus stellte den Menschen und seine Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Humanisten lasen antike Texte im Original und forderten Bildung für eine freie Entfaltung des Einzelnen. Ihr Motto lautete „ad fontes“ (zu den Quellen). Ein bekannter Humanist war Erasmus von Rotterdam.
Neues Weltbild
- Nikolaus Kopernikus veröffentlichte 1543 das heliozentrische Weltbild: Nicht die Erde, sondern die Sonne steht im Mittelpunkt.
- Galileo Galilei stützte diese Lehre mit Beobachtungen durch das Fernrohr und geriet deshalb in Konflikt mit der Kirche.
- Beobachtung und Experiment wurden wichtiger als die Berufung auf Autoritäten.
Der Buchdruck
Um 1450 entwickelte Johannes Gutenberg in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern. Einzelne Buchstaben wurden gegossen, zu Seiten zusammengesetzt und mit einer Druckpresse gedruckt. Um 1454/55 vollendete er die Gutenberg-Bibel.
Die Folgen waren enorm:
- Bücher wurden schneller und billiger hergestellt.
- Wissen und neue Ideen verbreiteten sich rasch.
- Flugblätter und Flugschriften ermöglichten öffentliche Debatten. Ohne den Buchdruck hätte sich zum Beispiel die Reformation nicht so schnell ausgebreitet.
- Mehr Menschen lernten lesen.
Viele Historiker sehen im Buchdruck eine der folgenreichsten Erfindungen der Geschichte, vergleichbar mit der heutigen Digitalisierung.
Merke
Renaissance: Wiedergeburt der Antike in Kunst und Wissenschaft, beginnend in Italien. Humanismus: Der Mensch und seine Bildung stehen im Mittelpunkt („ad fontes“). Gutenbergs Buchdruck um 1450 machte Wissen billig und schnell verbreitbar.
So sieht es in der Praxis aus
Beispiel 1
- Vorher wurden Bücher von Hand abgeschrieben, sie waren selten und teuer.
- Mit dem Buchdruck ließen sich viele identische Exemplare schnell herstellen.
- Ideen konnten sich in kurzer Zeit in ganz Europa verbreiten.
Ergebnis Er veränderte grundlegend, wie Wissen gespeichert, verbreitet und diskutiert wurde.
Beispiel 2
- Bisher galt das geozentrische Weltbild: Die Erde steht im Mittelpunkt.
- Kopernikus stellte die Sonne in den Mittelpunkt, die Erde kreist um sie.
Ergebnis Das heliozentrische Weltbild widersprach der kirchlichen Lehre und veränderte das Verständnis vom Platz des Menschen im Kosmos.
Jetzt bist du dran
Was bedeutet Renaissance?
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Wiedergeburt (der Antike).
Wer erfand um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern?
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Johannes Gutenberg in Mainz.
Was bedeutet „ad fontes“?
Lösung anzeigen
Zu den Quellen, also zurück zu den Originaltexten der Antike.
Häufige Fehler vermeiden
Die Renaissance wird als Erfindung völlig neuer Kunst ohne Vorbild beschrieben.
Sie knüpfte bewusst an die Antike an und entwickelte sie weiter.
Gutenberg wird als Erfinder des Druckens überhaupt bezeichnet.
Gedruckt wurde vorher schon, etwa mit Holztafeln und in Asien auch mit beweglichen Lettern. Neu war Gutenbergs Verfahren mit gegossenen Metalllettern und Druckpresse.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 7 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.