Märchen: Merkmale erkennen und Märchen schreiben
Du lernst die typischen Merkmale von Märchen kennen, untersuchst bekannte Märchen und schreibst ein eigenes.
Schritt für Schritt erklärt
Märchen sind kurze Erzählungen, in denen Wunderbares ganz selbstverständlich geschieht. Viele wurden zuerst mündlich weitererzählt. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sammelten deutsche Volksmärchen und veröffentlichten sie als „Kinder- und Hausmärchen“, der erste Band erschien 1812. Neben solchen Volksmärchen gibt es Kunstmärchen, die ein bekannter Autor erfunden hat, etwa von Hans Christian Andersen oder Wilhelm Hauff.
Typische Merkmale
- Formelhafter Anfang und Schluss: „Es war einmal …“, „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
- Ort und Zeit sind unbestimmt: in einem fernen Land, vor langer Zeit
- Wunderbare Elemente: sprechende Tiere, Zauberei, Hexen, Feen, Riesen
- Gut und Böse: Die Figuren sind meist eindeutig gut oder böse. Am Ende siegt das Gute.
- Magische Zahlen: 3, 7 und 12 (drei Wünsche, sieben Zwerge, zwölf Brüder)
- Prüfungen und Aufgaben: Die Hauptfigur muss Hindernisse überwinden.
- Zaubersprüche und Wiederholungen: „Spieglein, Spieglein an der Wand …“
- Figuren ohne Eigennamen oder mit sprechenden Namen: der König, das Mädchen, Rotkäppchen
Aufbau
Am Anfang wird eine Ausgangssituation beschrieben, oft mit einem Mangel oder Problem. Dann folgen Abenteuer und Prüfungen. Am Ende wird das Problem gelöst, die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft.
Ein Märchen schreiben
Lege zuerst die Hauptfigur, ihr Problem, einen Helfer, einen Gegenspieler und die Prüfung fest. Schreibe im Präteritum, beginne mit der Märchenformel und baue mindestens zwei Märchenmerkmale ein.
Das musst du dir merken
Märchen haben formelhaften Anfang und Schluss, unbestimmte Orte und Zeiten, Wunderbares, magische Zahlen und einen Sieg des Guten. Erzählt wird im Präteritum.
Beispiele mit Lösungsweg
Beispiel 1
- Gute Figuren (Kinder) und böse Figur (Hexe)
- Wunderbares: ein Haus aus Lebkuchen, eine menschenfressende Hexe
- Prüfung: Die Kinder müssen sich aus der Gefangenschaft befreien.
- Das Gute siegt: Gretel stößt die Hexe in den Ofen, die Kinder kehren heim.
Ergebnis Gut gegen Böse, Wunderbares, Prüfung, Sieg des Guten
Beispiel 2
- Der Text hat einen bekannten Verfasser, der ihn erfunden hat.
Ergebnis Kunstmärchen
Aufgaben zum Üben
Nenne drei magische Zahlen und je ein Märchenbeispiel.
Lösung anzeigen
3 (drei Federn, drei Wünsche), 7 (Schneewittchen und die sieben Zwerge), 12 (Die zwölf Brüder).
Woran erkennst du, dass „Rotkäppchen“ ein Märchen ist?
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Sprechender Wolf, unbestimmter Ort im Wald, Gut gegen Böse, glückliches Ende.
Schreibe einen passenden Märchenanfang.
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Zum Beispiel: Es war einmal ein armer Fischer, der lebte mit seiner Tochter in einer kleinen Hütte am Meer.
Fehler, die Punkte kosten
Ein Märchen wird im Präsens geschrieben.
Märchen werden im Präteritum erzählt.
Märchen und Fabel werden verwechselt, weil in beiden Tiere sprechen.
Die Fabel endet mit einer Lehre (Moral) und kommt ohne Zauberei aus. Das Märchen hat Wunderbares und keine ausdrückliche Moral.
Hinweis zur Klassenstufe
In welcher Klasse genau dieses Thema drankommt, unterscheidet sich zwischen den Ländern. Klasse 5 ist der häufigste Zeitpunkt.