Fabeln: Merkmale, Aufbau und Lehre
Du lernst die Merkmale von Fabeln kennen, findest ihre Lehre heraus und schreibst selbst eine Fabel.
Das Wichtigste verständlich erklärt
Eine Fabel ist eine kurze Erzählung, in der meistens Tiere wie Menschen sprechen und handeln. Sie soll eine Lehre (Moral) vermitteln: Sie zeigt menschliche Schwächen und Fehler, ohne direkt einen Menschen anzugreifen.
Die ältesten bekannten Fabeln werden dem griechischen Dichter Äsop zugeschrieben, der im 6. Jahrhundert vor Christus gelebt haben soll. Später schrieben unter anderen Jean de La Fontaine (Frankreich, 17. Jahrhundert) und Gotthold Ephraim Lessing (Deutschland, 18. Jahrhundert) Fabeln.
Typische Merkmale
- Tiere mit menschlichen Eigenschaften: Der Fuchs ist listig, der Löwe mächtig, der Esel dumm, die Ameise fleißig, der Rabe eitel.
- Meist zwei Gegenspieler, oft ein Starker und ein Schwacher oder ein Kluger und ein Dummer
- Kurze Handlung ohne Zauberei
- Lehre am Ende, ausdrücklich formuliert oder versteckt in der Handlung
Aufbau
- Ausgangssituation: Zwei Tiere treffen aufeinander.
- Rede und Gegenrede oder Handlung und Gegenhandlung
- Lösung: Einer gewinnt, meist durch List oder weil der andere einen Fehler macht.
- Lehre: Was soll der Leser daraus lernen?
Beispiel: Der Fuchs und der Rabe
Ein Rabe sitzt mit einem Stück Käse im Schnabel auf einem Baum. Der Fuchs schmeichelt ihm und lobt seine angeblich schöne Stimme. Als der Rabe zu singen beginnt, fällt der Käse herunter und der Fuchs schnappt ihn. Die Lehre: Trau keinem Schmeichler.
Merke
Fabeln sind kurze Erzählungen mit Tieren, die menschliche Eigenschaften verkörpern. Sie bestehen aus Ausgangssituation, Rede und Gegenrede, Lösung und Lehre.
So sieht es in der Praxis aus
Beispiel 1
- Die Grille denkt nicht an später, die Ameise sorgt vor.
- Die Grille muss die Folgen tragen.
Ergebnis Lehre: Wer nicht vorsorgt, gerät in Not. Arbeite rechtzeitig für die Zukunft.
Beispiel 2
- Er überlistet andere Tiere mit Worten.
Ergebnis Der Fuchs ist listig und schlau.
Jetzt bist du dran
Nenne zwei Unterschiede zwischen Fabel und Märchen.
Lösung anzeigen
Die Fabel hat eine Lehre und keine Zauberei. Das Märchen hat Wunderbares und meist keine ausdrückliche Moral.
Welche Eigenschaft steht oft für den Löwen?
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Macht und Stärke, manchmal auch Hochmut.
Formuliere eine mögliche Lehre zu einer Fabel, in der ein Hase prahlt und trotzdem gegen eine Schildkröte verliert.
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Hochmut kommt vor dem Fall. Wer beharrlich ist, kommt ans Ziel.
Häufige Fehler vermeiden
In einer selbst geschriebenen Fabel kommt eine Fee vor.
Fabeln kommen ohne Zauberei aus. Wunderbares gehört ins Märchen.
Die Lehre wird mit dem Inhalt verwechselt („Der Fuchs bekommt den Käse“).
Die Lehre ist eine allgemeine Aussage über Menschen, die über die Geschichte hinaus gilt.
Hinweis zur Klassenstufe
Wir ordnen das Thema Klasse 6 zu, weil es dort in den meisten Lehrplänen vorkommt. Bei dir kann die Reihenfolge abweichen.