Ökosystem Wald: Nahrungsketten und Stoffkreislauf
Du lernst den Stockwerkbau des Waldes kennen, unterscheidest Produzenten, Konsumenten und Destruenten und beschreibst Nahrungsketten, Nahrungsnetze und den Stoffkreislauf.
Worum es geht
Ein Ökosystem besteht aus dem Lebensraum (Biotop) mit seinen unbelebten Faktoren wie Licht, Wasser, Boden und Temperatur und der Lebensgemeinschaft (Biozönose) aller dort lebenden Organismen. Der Wald ist ein Ökosystem, das in Deutschland etwa ein Drittel der Landesfläche bedeckt.
Stockwerkbau
Ein naturnaher Laubwald ist in Schichten gegliedert:
- Baumschicht (Kronen der Bäume)
- Strauchschicht (Haselnuss, Holunder)
- Krautschicht (Farne, Buschwindröschen)
- Moosschicht am Boden
- Wurzelschicht im Boden
Jede Schicht bietet anderen Lebewesen Lebensraum. Frühblüher wie das Buschwindröschen blühen im Frühjahr, bevor die Bäume Blätter tragen und den Boden beschatten.
Rollen im Ökosystem
- Produzenten (Erzeuger): grüne Pflanzen, die durch Fotosynthese energiereiche Stoffe herstellen
- Konsumenten (Verbraucher): Tiere, die sich von anderen Lebewesen ernähren Pflanzenfresser sind Konsumenten 1. Ordnung (Reh, Raupe), Fleischfresser, die Pflanzenfresser fressen, sind Konsumenten 2. Ordnung (Meise), und so weiter.
- Destruenten (Zersetzer): Bakterien, Pilze und Bodentiere wie Regenwürmer und Asseln. Sie zersetzen totes Material und Ausscheidungen zu Mineralstoffen.
Nahrungskette und Nahrungsnetz
Eine Nahrungskette zeigt, wer wen frisst. Die Pfeile zeigen in Richtung des Energieflusses („wird gefressen von“):
Eichenblatt → Raupe → Meise → Sperber
In Wirklichkeit fressen die meisten Tiere mehrere Arten und werden von mehreren gefressen. Die Nahrungsketten verknüpfen sich zu einem Nahrungsnetz.
Energiefluss und Stoffkreislauf
- Energie fließt nur in eine Richtung: Von der Sonne über Produzenten zu Konsumenten. Auf jeder Stufe gehen grob 90 % als Wärme und für den Stoffwechsel verloren, nur etwa 10 % werden an die nächste Stufe weitergegeben. Deshalb gibt es weniger Füchse als Mäuse.
- Stoffe dagegen bewegen sich im Kreislauf: Die Destruenten wandeln totes Material wieder in Mineralstoffe um, die von den Pflanzen aufgenommen werden.
Kurz gemerkt
Ökosystem = Biotop + Biozönose. Produzenten (Pflanzen) erzeugen Nährstoffe, Konsumenten fressen andere Lebewesen, Destruenten zersetzen totes Material. Energie fließt in eine Richtung, Stoffe bewegen sich im Kreislauf.
So sieht es in der Praxis aus
Beispiel 1
- Produzent: Gras (Fotosynthese)
- Konsument 1. Ordnung: Maus (frisst Pflanzen)
- Konsument 2. Ordnung: Fuchs (frisst die Maus)
Ergebnis Gras → Maus → Fuchs
Beispiel 2
- Totes Laub, Holz und Tierkörper würden nicht zersetzt.
- Die Mineralstoffe blieben gebunden und kämen nicht in den Boden zurück.
Ergebnis Abfälle würden sich anhäufen und den Pflanzen würden auf Dauer Mineralstoffe fehlen.
Jetzt bist du dran
Welche Rolle spielt der Regenwurm im Ökosystem?
Lösung anzeigen
Er ist ein Destruent und zersetzt abgestorbene Pflanzenteile.
In welche Richtung zeigen die Pfeile in einer Nahrungskette?
Lösung anzeigen
Vom Gefressenen zum Fresser, in Richtung des Energieflusses.
Warum gibt es in einem Wald viel mehr Mäuse als Füchse?
Lösung anzeigen
Auf jeder Stufe der Nahrungskette geht viel Energie verloren, für die oberen Stufen bleibt wenig übrig.
Häufige Fehler vermeiden
Die Pfeile der Nahrungskette werden vom Fresser zum Gefressenen gezeichnet.
Die Pfeile zeigen den Weg der Energie: Gras → Maus.
Energie soll wie Stoffe im Kreislauf geführt werden.
Energie fließt nur in eine Richtung und geht als Wärme verloren. Nur die Stoffe kreisen.
Hinweis zur Klassenstufe
Wir ordnen das Thema Klasse 7 zu, weil es dort in den meisten Lehrplänen vorkommt. Bei dir kann die Reihenfolge abweichen.