Der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648
Du lernst Ursachen, Verlauf und Folgen des Dreißigjährigen Krieges kennen und verstehst die Bedeutung des Westfälischen Friedens.
So funktioniert es
Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) war einer der verheerendsten Kriege der europäischen Geschichte. Er wurde vor allem auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ausgetragen.
Ursachen
- Konfessionelle Spannungen: Der Augsburger Religionsfrieden hatte Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten nicht dauerhaft gelöst. Beide Seiten bildeten Bündnisse (Protestantische Union 1608, Katholische Liga 1609).
- Machtfragen: Der Kaiser wollte seine Macht stärken, die Reichsfürsten ihre Unabhängigkeit bewahren.
- Europäische Rivalitäten: Frankreich, Schweden, Spanien und Dänemark verfolgten eigene Interessen.
Der Auslöser
In Böhmen wehrten sich protestantische Adlige gegen die Einschränkung ihrer Religionsfreiheit. Am 23. Mai 1618 warfen sie zwei kaiserliche Statthalter und einen Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg. Alle drei überlebten. Dieser Prager Fenstersturz gilt als Beginn des Krieges.
Verlauf
Der Krieg wird meist in vier Phasen eingeteilt:
- Böhmisch-Pfälzischer Krieg (1618 bis 1623): Sieg des Kaisers in der Schlacht am Weißen Berg 1620
- Dänisch-Niedersächsischer Krieg (1625 bis 1629): Der kaiserliche Feldherr Wallenstein siegt.
- Schwedischer Krieg (1630 bis 1635): König Gustav II. Adolf von Schweden greift auf protestantischer Seite ein und fällt 1632 bei Lützen.
- Schwedisch-Französischer Krieg (1635 bis 1648): Das katholische Frankreich kämpft gegen den katholischen Kaiser, weil es die Macht der Habsburger fürchtet.
Spätestens die letzte Phase zeigt: Aus einem Religionskrieg war ein europäischer Machtkampf geworden.
Leid der Bevölkerung
Söldnerheere zogen durch das Land und versorgten sich durch Plünderung. „Der Krieg ernährt den Krieg“ hieß es. Dörfer wurden niedergebrannt, Menschen gefoltert und ermordet. Hunger und Seuchen wie die Pest forderten noch mehr Opfer als die Kämpfe. In manchen Regionen starb mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Insgesamt sank die Bevölkerung im Reich nach Schätzungen um etwa ein Drittel.
Der Westfälische Friede 1648
Nach jahrelangen Verhandlungen in Münster und Osnabrück wurde 1648 der Westfälische Friede geschlossen:
- Der Augsburger Religionsfrieden wurde bestätigt und auf die Calvinisten ausgeweitet.
- Die Reichsstände (Fürsten) erhielten weitgehende Selbstständigkeit, die Macht des Kaisers wurde geschwächt.
- Die Niederlande und die Schweiz schieden offiziell aus dem Reich aus.
- Frankreich und Schweden erhielten Gebiete und wurden Garantiemächte.
Der Westfälische Friede gilt als Beginn einer europäischen Ordnung souveräner Staaten.
Kurz gemerkt
Dreißigjähriger Krieg 1618 bis 1648: Beginn mit dem Prager Fenstersturz, aus dem Religionskrieg wurde ein europäischer Machtkampf. Die Bevölkerung litt unter Plünderung, Hunger und Seuchen. Westfälischer Friede 1648 in Münster und Osnabrück.
Beispiele mit Lösungsweg
Beispiel 1
- Frankreich fürchtete eine zu große Macht der Habsburger, die Spanien und das Reich beherrschten.
- Machtpolitische Interessen waren wichtiger als die Konfession.
Ergebnis Es ging um die Vorherrschaft in Europa, nicht mehr um Religion.
Beispiel 2
- Die Söldnerheere wurden nicht ausreichend bezahlt und versorgt.
- Sie nahmen sich Lebensmittel und Geld von der Bevölkerung.
Ergebnis Die Armeen finanzierten sich durch Plünderung und Abgaben aus den besetzten Gebieten, das verlängerte den Krieg und das Leid.
Übungsaufgaben mit Lösungen
Mit welchem Ereignis begann der Krieg?
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Mit dem Prager Fenstersturz 1618.
Wo wurde der Westfälische Friede geschlossen?
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In Münster und Osnabrück.
Welche Konfession wurde 1648 zusätzlich anerkannt?
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Die Calvinisten (Reformierten).
Fehler, die Punkte kosten
Der Krieg wird als reiner Religionskrieg bis zum Schluss dargestellt.
Machtpolitik wurde immer wichtiger, katholische und protestantische Mächte verbündeten sich je nach Interesse.
Es wird angenommen, dass die meisten Opfer in Schlachten starben.
Hunger und Seuchen forderten mehr Opfer als die Kämpfe.
Hinweis zur Klassenstufe
Dieses Thema steht in vielen Bundesländern in Klasse 8 auf dem Lehrplan. Je nach Land und Schulform kann es früher oder später kommen.