Die Demokratie im antiken Athen
Du lernst, wie die Polis Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. regiert wurde, wer mitbestimmen durfte und worin sich die attische von der heutigen Demokratie unterscheidet.
Worum es geht
Im antiken Griechenland gab es keinen einheitlichen Staat. Die Griechen lebten in vielen unabhängigen Stadtstaaten, den Poleis (Einzahl: Polis). Sie teilten Sprache, Religion und die Olympischen Spiele, die erstmals 776 v. Chr. belegt sind. Die bekanntesten Poleis waren Athen und Sparta.
Der Weg zur Demokratie
Lange herrschten in Athen Adlige oder einzelne Machthaber. Nach Reformen, vor allem durch Kleisthenes um 508/507 v. Chr., erhielten alle Bürger politische Mitsprache. Im 5. Jahrhundert v. Chr. erreichte die Demokratie (griechisch: Herrschaft des Volkes) unter Perikles ihren Höhepunkt.
Die Einrichtungen
- Volksversammlung (Ekklesia): Alle Bürger durften teilnehmen, reden und abstimmen. Sie entschied über Gesetze, Krieg und Frieden. Sie trat mehrmals im Monat auf dem Hügel Pnyx zusammen.
- Rat der 500: bereitete die Beschlüsse vor. Die Mitglieder wurden jährlich ausgelost.
- Volksgerichte: Geschworene wurden aus den Bürgern ausgelost.
- Strategen: zehn gewählte Heerführer, die einzigen wichtigen Ämter, die gewählt und nicht gelost wurden
- Scherbengericht (Ostrakismos): Die Bürger konnten einmal im Jahr einen Politiker, der zu mächtig schien, für zehn Jahre verbannen. Den Namen ritzten sie in Tonscherben.
Damit auch ärmere Bürger teilnehmen konnten, wurden Tagegelder für Ratsmitglieder und Richter gezahlt.
Wer war Bürger?
Mitbestimmen durften nur freie, erwachsene Männer, deren Eltern Athener waren. Ausgeschlossen waren Frauen, Metöken (zugewanderte Fremde) und Sklaven. Von vielleicht 250 000 bis 300 000 Einwohnern Attikas hatten nur etwa 30 000 bis 40 000 politische Rechte. Die genauen Zahlen sind in der Forschung umstritten.
Unterschiede zur heutigen Demokratie
| Athen | heute (Deutschland) |
|---|---|
| direkte Demokratie: Bürger stimmen selbst ab | repräsentative Demokratie: gewählte Abgeordnete entscheiden |
| viele Ämter durch Los | Ämter durch Wahl |
| nur freie Männer mit athenischen Eltern | alle Staatsbürger ab 18 Jahren, Frauen und Männer |
| keine Grundrechte im heutigen Sinn | Grundrechte und Gewaltenteilung im Grundgesetz |
Bedeutung
Trotz der Einschränkungen war Athen ein wichtiger Schritt: Erstmals bestimmten viele Bürger selbst über ihre Gemeinschaft. Begriffe wie „Demokratie“ und „Politik“ (von Polis) stammen aus dieser Zeit.
Merksatz
Athen war im 5. Jahrhundert v. Chr. eine direkte Demokratie: Die Volksversammlung entschied, viele Ämter wurden ausgelost. Bürgerrechte hatten nur freie Männer mit athenischen Eltern, Frauen, Metöken und Sklaven waren ausgeschlossen.
Vorgemacht: Beispiele
Beispiel 1
- Wahlen begünstigen Reiche und Bekannte, die Werbung machen können.
- Das Los gibt jedem Bürger die gleiche Chance.
Ergebnis Das Los sollte Gleichheit unter den Bürgern sichern und verhindern, dass einzelne zu mächtig werden.
Beispiel 2
- Athen: nur freie Männer mit athenischen Eltern, etwa jeder zehnte Einwohner
- Deutschland: alle deutschen Staatsbürger ab 18 Jahren (bei Bundestagswahlen)
Ergebnis Heute ist der Kreis der Wahlberechtigten viel größer, Frauen sind gleichberechtigt.
Selbst üben
Was war das Scherbengericht?
Lösung anzeigen
Eine Abstimmung, mit der ein zu mächtig erscheinender Bürger für zehn Jahre verbannt werden konnte.
Was bedeutet Demokratie wörtlich?
Lösung anzeigen
Herrschaft des Volkes.
Welche Gruppen hatten in Athen keine politischen Rechte?
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Frauen, Metöken und Sklaven.
Hier passieren die meisten Fehler
Die athenische Demokratie wird als Herrschaft aller Einwohner beschrieben.
Nur ein kleiner Teil, die männlichen Vollbürger, durfte mitbestimmen.
Athen wird als repräsentative Demokratie mit Parlament beschrieben.
Athen war eine direkte Demokratie, die Bürger stimmten in der Volksversammlung selbst ab.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 6 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.