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Geschichte · Klasse 6

Die Demokratie im antiken Athen

Lesezeit etwa 3 Minuten · 2 Beispiele · 3 Übungen · Redaktion Lektion.net · Stand 11.10.2026

Du lernst, wie die Polis Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. regiert wurde, wer mitbestimmen durfte und worin sich die attische von der heutigen Demokratie unterscheidet.

Worum es geht

Im antiken Griechenland gab es keinen einheitlichen Staat. Die Griechen lebten in vielen unabhängigen Stadtstaaten, den Poleis (Einzahl: Polis). Sie teilten Sprache, Religion und die Olympischen Spiele, die erstmals 776 v. Chr. belegt sind. Die bekanntesten Poleis waren Athen und Sparta.

Der Weg zur Demokratie

Lange herrschten in Athen Adlige oder einzelne Machthaber. Nach Reformen, vor allem durch Kleisthenes um 508/507 v. Chr., erhielten alle Bürger politische Mitsprache. Im 5. Jahrhundert v. Chr. erreichte die Demokratie (griechisch: Herrschaft des Volkes) unter Perikles ihren Höhepunkt.

Die Einrichtungen

  • Volksversammlung (Ekklesia): Alle Bürger durften teilnehmen, reden und abstimmen. Sie entschied über Gesetze, Krieg und Frieden. Sie trat mehrmals im Monat auf dem Hügel Pnyx zusammen.
  • Rat der 500: bereitete die Beschlüsse vor. Die Mitglieder wurden jährlich ausgelost.
  • Volksgerichte: Geschworene wurden aus den Bürgern ausgelost.
  • Strategen: zehn gewählte Heerführer, die einzigen wichtigen Ämter, die gewählt und nicht gelost wurden
  • Scherbengericht (Ostrakismos): Die Bürger konnten einmal im Jahr einen Politiker, der zu mächtig schien, für zehn Jahre verbannen. Den Namen ritzten sie in Tonscherben.

Damit auch ärmere Bürger teilnehmen konnten, wurden Tagegelder für Ratsmitglieder und Richter gezahlt.

Wer war Bürger?

Mitbestimmen durften nur freie, erwachsene Männer, deren Eltern Athener waren. Ausgeschlossen waren Frauen, Metöken (zugewanderte Fremde) und Sklaven. Von vielleicht 250 000 bis 300 000 Einwohnern Attikas hatten nur etwa 30 000 bis 40 000 politische Rechte. Die genauen Zahlen sind in der Forschung umstritten.

Unterschiede zur heutigen Demokratie

Athenheute (Deutschland)
direkte Demokratie: Bürger stimmen selbst abrepräsentative Demokratie: gewählte Abgeordnete entscheiden
viele Ämter durch LosÄmter durch Wahl
nur freie Männer mit athenischen Elternalle Staatsbürger ab 18 Jahren, Frauen und Männer
keine Grundrechte im heutigen SinnGrundrechte und Gewaltenteilung im Grundgesetz

Bedeutung

Trotz der Einschränkungen war Athen ein wichtiger Schritt: Erstmals bestimmten viele Bürger selbst über ihre Gemeinschaft. Begriffe wie „Demokratie“ und „Politik“ (von Polis) stammen aus dieser Zeit.

Merksatz

Athen war im 5. Jahrhundert v. Chr. eine direkte Demokratie: Die Volksversammlung entschied, viele Ämter wurden ausgelost. Bürgerrechte hatten nur freie Männer mit athenischen Eltern, Frauen, Metöken und Sklaven waren ausgeschlossen.

Vorgemacht: Beispiele

Beispiel 1

Warum wurden in Athen viele Ämter ausgelost statt gewählt?
  1. Wahlen begünstigen Reiche und Bekannte, die Werbung machen können.
  2. Das Los gibt jedem Bürger die gleiche Chance.

Ergebnis Das Los sollte Gleichheit unter den Bürgern sichern und verhindern, dass einzelne zu mächtig werden.

Beispiel 2

Vergleiche, wer in Athen und wer heute in Deutschland wählen darf.
  1. Athen: nur freie Männer mit athenischen Eltern, etwa jeder zehnte Einwohner
  2. Deutschland: alle deutschen Staatsbürger ab 18 Jahren (bei Bundestagswahlen)

Ergebnis Heute ist der Kreis der Wahlberechtigten viel größer, Frauen sind gleichberechtigt.

Selbst üben

Nimm dir Papier und Stift und löse die Aufgaben, bevor du nachschaust.

  1. Was war das Scherbengericht?

    Lösung anzeigen

    Eine Abstimmung, mit der ein zu mächtig erscheinender Bürger für zehn Jahre verbannt werden konnte.

  2. Was bedeutet Demokratie wörtlich?

    Lösung anzeigen

    Herrschaft des Volkes.

  3. Welche Gruppen hatten in Athen keine politischen Rechte?

    Lösung anzeigen

    Frauen, Metöken und Sklaven.

Hier passieren die meisten Fehler

  • Die athenische Demokratie wird als Herrschaft aller Einwohner beschrieben.

    Nur ein kleiner Teil, die männlichen Vollbürger, durfte mitbestimmen.

  • Athen wird als repräsentative Demokratie mit Parlament beschrieben.

    Athen war eine direkte Demokratie, die Bürger stimmten in der Volksversammlung selbst ab.

Hinweis zur Klassenstufe

Die Einordnung in Klasse 6 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.

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