Standortfaktoren: Warum ein Unternehmen wo sitzt
Du lernst harte und weiche Standortfaktoren kennen und kannst begründen, warum sich Unternehmen an bestimmten Orten ansiedeln.
Erklärung
Warum steht ein Stahlwerk am Hafen, ein Softwareunternehmen in einer Universitätsstadt und ein Logistikzentrum an der Autobahn? Unternehmen wählen ihren Standort nach Standortfaktoren, also nach den Vorteilen, die ein Ort für sie bietet.
Harte Standortfaktoren
Harte Faktoren lassen sich gut messen und in Kosten ausdrücken:
- Verkehrsanbindung: Autobahn, Bahn, Hafen, Flughafen
- Arbeitskräfte: Verfügbarkeit, Qualifikation, Lohnkosten
- Flächen: Größe, Preis und Verfügbarkeit von Gewerbeflächen
- Rohstoffe und Energie: Nähe zu Rohstoffen, Energiepreise
- Absatzmarkt: Nähe zu Kunden
- Steuern und Abgaben, etwa die Gewerbesteuer der Gemeinde, und Fördermittel
- Zulieferer und andere Unternehmen der Branche in der Nähe (Fühlungsvorteile)
Weiche Standortfaktoren
Weiche Faktoren sind schwerer messbar, werden aber immer wichtiger, vor allem für Fachkräfte:
- Image der Stadt oder Region
- Wohnqualität und Wohnkosten
- Kultur- und Freizeitangebote, Natur
- Schulen, Kitas, Gesundheitsversorgung
- Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- wirtschaftsfreundliche Verwaltung
Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Faktoren
| Unternehmen | wichtigste Faktoren |
|---|---|
| Stahlwerk | Hafen (Import von Erz und Kohle), große Flächen, Energie |
| Logistikzentrum | Autobahnknoten, große, günstige Flächen, Arbeitskräfte |
| Softwareunternehmen | qualifizierte Fachkräfte, Hochschulnähe, Lebensqualität, schnelles Internet |
| Supermarkt | Nähe zu Kunden, Parkplätze, Erreichbarkeit |
| Textilfabrik | niedrige Lohnkosten |
Standortentscheidung bewerten
Unternehmen vergleichen mögliche Standorte oft mit einer Nutzwertanalyse: Jeder Faktor erhält eine Gewichtung nach seiner Bedeutung, jeder Standort Punkte pro Faktor. Punkte mal Gewicht ergeben den Nutzwert, der Standort mit der höchsten Summe ist rechnerisch am besten geeignet.
Wandel der Standortfaktoren
Früher waren Rohstoffe besonders wichtig, deshalb entstand die Schwerindustrie an Kohlelagerstätten wie im Ruhrgebiet. Durch billigen Transport und Digitalisierung haben Fachkräfte, Wissen und Lebensqualität an Bedeutung gewonnen. Auch internationale Lohnunterschiede spielen durch die Globalisierung eine größere Rolle.
Das musst du dir merken
Harte Standortfaktoren sind messbar, etwa Verkehrsanbindung, Arbeitskräfte, Flächen, Kosten, Steuern. Weiche Standortfaktoren betreffen Image, Wohn- und Lebensqualität, Kultur und Bildung. Welche Faktoren wichtig sind, hängt von der Branche ab.
So sieht es in der Praxis aus
Beispiel 1
- A: 4 · 3 + 2 · 2 = 12 + 4 = 16
- B: 2 · 3 + 5 · 2 = 6 + 10 = 16
Ergebnis Beide erreichen 16 Punkte. Weitere Faktoren müssen entscheiden.
Beispiel 2
- Dort gibt es Universitäten mit Informatik und viele Fachkräfte.
- Die Städte bieten Kultur, Freizeit und ein attraktives Image.
Ergebnis Für wissensintensive Unternehmen sind qualifizierte Arbeitskräfte und weiche Standortfaktoren entscheidend.
Jetzt bist du dran
Nenne zwei harte Standortfaktoren.
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Zum Beispiel Verkehrsanbindung und Lohnkosten.
Nenne zwei weiche Standortfaktoren.
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Zum Beispiel Image und Freizeitangebot.
Warum liegen viele Stahlwerke an Häfen?
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Weil Erz und Kohle per Schiff importiert werden und Transport per Schiff günstig ist.
Was ist eine Nutzwertanalyse?
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Ein Verfahren, bei dem gewichtete Faktoren mit Punkten bewertet und zu einem Gesamtwert addiert werden.
Häufige Fehler vermeiden
Weiche Standortfaktoren werden als unwichtig abgetan.
Bei Fachkräftemangel entscheiden sie oft darüber, ob ein Unternehmen Mitarbeitende gewinnt.
Es wird angenommen, alle Unternehmen wählten nach denselben Faktoren.
Die Bedeutung der Faktoren hängt stark von der Branche ab.
Hinweis zur Klassenstufe
In welcher Klasse genau dieses Thema drankommt, unterscheidet sich zwischen den Ländern. Klasse 9 ist der häufigste Zeitpunkt.