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Erdkunde · Klasse 6

Die Alpen: Höhenstufen und Tourismus

Lesezeit etwa 3 Minuten · 2 Beispiele · 4 Übungen · Redaktion Lektion.net · Stand 11.10.2026

Du lernst, wie sich Klima und Vegetation in den Alpen mit der Höhe verändern und welche Chancen und Probleme der Tourismus mit sich bringt.

Die Grundlagen

Die Alpen sind das größte Hochgebirge Europas. Sie erstrecken sich über rund 1 200 km in einem Bogen von Frankreich bis Österreich und Slowenien. Ihr höchster Gipfel ist der Mont Blanc (rund 4 800 m). Nur ein kleiner Teil liegt in Deutschland, mit der Zugspitze (2 962 m) als höchstem deutschen Berg.

Höhenstufen der Vegetation

Weil es mit der Höhe kälter wird, verändert sich die Pflanzenwelt in Höhenstufen. Die Höhenangaben gelten ungefähr für die Nordalpen:

HöhenstufeHöhe etwaVegetation und Nutzung
Talstufebis 800 mSiedlungen, Wiesen, Äcker, Laubwald
Bergstufe800 bis 1 600 mMischwald, dann Nadelwald
Waldgrenzeum 1 600 bis 1 800 moberhalb wachsen keine geschlossenen Wälder mehr
Mattenstufebis etwa 2 500 mZwergsträucher, Bergwiesen (Almen)
Felsstufebis etwa 3 000 mMoose, Flechten, Fels
Schnee- und Eisstufedarüberewiger Schnee, Gletscher

Almwirtschaft

Traditionell trieben Bauern ihr Vieh im Sommer auf die Almen in der Mattenstufe und im Winter zurück ins Tal. Diese Almwirtschaft pflegt die Landschaft, wird heute aber oft durch Förderung oder Tourismus unterstützt.

Tourismus

Viele Alpentäler leben heute vor allem vom Tourismus: im Sommer Wandern und Klettern, im Winter Skifahren. Er bringt Arbeitsplätze und Einkommen in Regionen, in denen Landwirtschaft allein kaum Auskommen bietet.

Er verursacht aber auch Probleme:

  • Flächenverbrauch durch Hotels, Straßen, Parkplätze und Skipisten
  • Verkehr mit Staus, Lärm und Abgasen
  • Schäden an der Natur: Planierte Pisten und Rodungen fördern Erosion, Muren und Lawinen.
  • Wasser- und Energieverbrauch für Schneekanonen
  • Saisonarbeit und hohe Wohnkosten für Einheimische

Folgen des Klimawandels

In den Alpen steigen die Temperaturen stärker als im weltweiten Durchschnitt. Die Gletscher schrumpfen deutlich, viele werden in den kommenden Jahrzehnten verschwinden. Skigebiete in niedrigen Lagen haben immer seltener genug Naturschnee. Deshalb setzen viele Orte auf einen sanften Tourismus, der Natur schont und Angebote für das ganze Jahr schafft.

Merksatz

In den Alpen ändert sich die Vegetation mit der Höhe in Höhenstufen: Talstufe, Bergstufe mit Wald, Waldgrenze, Mattenstufe, Felsstufe, Schnee- und Eisstufe. Tourismus bringt Einkommen, aber auch Verkehr, Flächenverbrauch und Naturschäden. Sanfter Tourismus soll die Folgen begrenzen.

Beispiele mit Lösungsweg

Beispiel 1

Im Tal auf 600 m sind es 20 °C. Ab welcher Höhe muss man bei einer Abnahme von 0,65 °C pro 100 m mit Frost rechnen?
  1. Bis 0 °C müssen 20 °C abnehmen.
  2. 20 : 0,65 ≈ 30,8, also etwa 3 080 m Höhenunterschied
  3. 600 m + 3 080 m ≈ 3 680 m

Ergebnis Ab etwa 3 700 m ist mit Temperaturen um den Gefrierpunkt zu rechnen.

Beispiel 2

Warum verstärken Skipisten die Gefahr von Muren?
  1. Für Pisten werden Wälder gerodet und Hänge planiert.
  2. Ohne Wurzeln und Pflanzendecke hält der Boden schlechter.

Ergebnis Bei Starkregen kann Wasser ungebremst abfließen und Schlamm und Geröll mitreißen.

Übungsaufgaben mit Lösungen

Decke die Lösung ab, bis du eine eigene Antwort hast.

  1. Was ist die Waldgrenze?

    Lösung anzeigen

    Die Höhe, oberhalb derer keine geschlossenen Wälder mehr wachsen.

  2. Was ist eine Alm?

    Lösung anzeigen

    Eine Bergweide in der Mattenstufe, auf die im Sommer Vieh getrieben wird.

  3. Nenne zwei Probleme des Massentourismus in den Alpen.

    Lösung anzeigen

    Zum Beispiel Verkehr und Flächenverbrauch.

  4. Was versteht man unter sanftem Tourismus?

    Lösung anzeigen

    Tourismus, der Natur und Kultur schont und die Belastungen gering hält.

Typische Fehler

  • Die Höhenstufen werden mit genau gleichen Höhen für alle Alpengebiete angegeben.

    Die Grenzen schwanken je nach Lage, Hangrichtung und Klima.

  • Tourismus wird nur negativ bewertet.

    Er sichert vielen Bergregionen Einkommen und Arbeitsplätze, die Folgen müssen abgewogen werden.

Hinweis zur Klassenstufe

Die Einordnung in Klasse 6 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.

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