Sachtexte und Kommentare analysieren
Du lernst, Sachtexte, Zeitungsartikel und Kommentare zu untersuchen: Textsorte, Aufbau, Argumentation, Sprache und Absicht.
Die Grundlagen
Sachtexte (nichtfiktionale Texte) beziehen sich auf die Wirklichkeit. Dazu gehören Nachrichten, Berichte, Reportagen, Kommentare, Interviews, Lexikonartikel und Sachbücher. Bei der Analyse fragst du: Was steht im Text, wie ist er gemacht und was will er erreichen?
Textsorten und ihre Absicht
| Textsorte | Absicht | Merkmale |
|---|---|---|
| Nachricht, Bericht | informieren | sachlich, W-Fragen, Wichtigstes zuerst |
| Reportage | informieren und erleben lassen | Mischung aus Fakten und Eindrücken, oft szenischer Einstieg |
| Kommentar | Meinung äußern, überzeugen | wertend, argumentierend, oft mit Namen des Autors |
| Glosse | kritisieren mit Humor | ironisch, zugespitzt |
| Interview | Meinungen und Wissen einer Person zeigen | Frage-Antwort-Form |
Aufbau einer Sachtextanalyse
- Einleitung: Textsorte, Titel, Autor, Quelle, Datum, Thema
- Inhalt und Aufbau: Kernaussagen in Sinnabschnitten, Gedankengang
- Argumentation: Hauptthese, Argumente, Belege (Zahlen, Expertenmeinungen, Beispiele), Umgang mit Gegenpositionen
- Sprache: Wortwahl (sachlich, wertend, umgangssprachlich), Satzbau, rhetorische Mittel, jeweils mit Wirkung
- Absicht und Wirkung: Was will der Autor beim Leser erreichen? Wirkt der Text überzeugend?
- Schluss: Ergebnis zusammenfassen, eventuell eigene Stellungnahme
Zitieren
Belege jede Aussage mit Zeilenangabe: Der Autor bezeichnet die Maßnahme als „überfällig“ (Z. 12). Wörtliche Zitate setzt du in Anführungszeichen, sinngemäße Wiedergaben bekommen „vgl.“.
Fakt oder Meinung?
Fakten lassen sich überprüfen, Meinungen sind Bewertungen. Achte auf wertende Adjektive (skandalös, großartig) und Modalwörter (leider, zum Glück). Sie verraten die Haltung des Autors.
Merksatz
Sachtextanalyse: Einleitung mit Textsorte und Thema, Inhalt und Aufbau, Argumentation, Sprache mit Wirkung, Absicht. Jede Aussage mit Zeilenangabe belegen. Fakten und Meinungen unterscheiden.
Beispiele
Beispiel 1
- Starke Wertungen („Schlag ins Gesicht“, „naiv“)
- Der Autor vertritt eine Meinung und will überzeugen.
Ergebnis Kommentar
Beispiel 2
- Beobachtung: Metapher „Schlag ins Gesicht“
- Wirkung: drastisch, emotional, stellt die Entscheidung als Angriff dar
Ergebnis Mit der Metapher „Schlag ins Gesicht aller Radfahrer“ (Z. 1) stellt der Autor die Entscheidung als bewussten Angriff dar und spricht die Gefühle der Leser an.
Jetzt bist du dran
Fakt oder Meinung? „Im Jahr 2023 wurden in der Stadt 40 neue Ladestationen gebaut.“
Lösung anzeigen
Fakt, denn die Aussage lässt sich überprüfen.
Woran erkennst du einen Kommentar?
Lösung anzeigen
Wertende Sprache, eigene Meinung des Autors, Argumentation, oft namentlich gekennzeichnet.
Wie belegst du eine sinngemäße Aussage?
Lösung anzeigen
Mit „vgl.“ und Zeilenangabe, zum Beispiel (vgl. Z. 8 bis 10).
Häufige Fehler vermeiden
In der Analyse wird nur der Inhalt nacherzählt.
Zur Analyse gehören Aufbau, Argumentation, Sprache und Absicht.
Die eigene Meinung wird mit der des Autors vermischt.
Erst sachlich analysieren, eigene Meinung nur in einer gekennzeichneten Stellungnahme.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 9 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.