Literaturepoche Romantik
Du lernst die Romantik kennen: Sehnsucht, Fantasie, Natur und das Unheimliche, mit Autoren wie Novalis, Eichendorff und E. T. A. Hoffmann.
Worum es geht
Die Romantik ist eine Epoche der deutschen Literatur von etwa 1795 bis 1835. Sie entstand zeitgleich mit der Klassik, setzte aber andere Schwerpunkte: Statt Klarheit und Maß suchte sie das Geheimnisvolle, Unendliche und Gefühlvolle.
Zentrale Ideen
- Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, nach Ferne, Vergangenheit und Unendlichkeit
- Fantasie und Traum als Wege zu einer tieferen Wahrheit
- Natur als beseelter, oft geheimnisvoller Raum: Wald, Nacht, Mondschein
- Mittelalter als idealisierte Zeit von Einheit und Glauben
- Volkspoesie: Sammlungen von Märchen und Liedern (Brüder Grimm, „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano)
- Das Unheimliche und Abgründige der menschlichen Seele
Die „blaue Blume“
In Novalis' unvollendetem Roman „Heinrich von Ofterdingen“ (1802) träumt der Held von einer blauen Blume. Sie wurde zum Symbol romantischer Sehnsucht nach dem Unendlichen.
Phasen und Autoren
- Frühromantik (Jena): Friedrich Schlegel, Novalis, Ludwig Tieck. Friedrich Schlegel forderte eine „progressive Universalpoesie“, die alle Gattungen vermischt.
- Hochromantik (Heidelberg): Clemens Brentano, Achim von Arnim, die Brüder Grimm
- Spätromantik: Joseph von Eichendorff („Aus dem Leben eines Taugenichts“, 1826; Gedicht „Mondnacht“), E. T. A. Hoffmann („Der Sandmann“, 1816)
Sprache und Form
Romantische Gedichte sind oft liedhaft, mit Volksliedstrophe und Kreuzreim. Synästhesien (Vermischung von Sinneseindrücken) und Motive wie Nacht, Mond, Wanderschaft, Fernweh und Waldeinsamkeit sind typisch.
Beispiel „Mondnacht“
„Es war, als hätt' der Himmel / Die Erde still geküsst“ beginnt Eichendorffs Gedicht. Die Personifikation verbindet Himmel und Erde, der Konjunktiv („als hätt'“) zeigt, dass es um eine Ahnung und Sehnsucht geht, nicht um Wirklichkeit.
Merksatz
Romantik (etwa 1795 bis 1835): Sehnsucht, Fantasie, Natur, Nacht, Mittelalter und das Unheimliche. Symbol: die blaue Blume. Autoren: Novalis, Brentano, Eichendorff, E. T. A. Hoffmann.
Beispiele mit Lösungsweg
Beispiel 1
- Natur und Nacht: Mondschein, rauschende Wälder, Sternenhimmel
- Sehnsucht nach dem Unendlichen: Die Seele „flog durch die stillen Lande, / Als flöge sie nach Haus“.
Ergebnis Naturstimmung bei Nacht und die Sehnsucht der Seele nach einer jenseitigen Heimat
Beispiel 2
- Das Unheimliche: Nathanael wird von Kindheitsängsten verfolgt.
- Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmt.
Ergebnis Die Erzählung zeigt die dunkle, unheimliche Seite der Romantik und die Abgründe der Seele.
Aufgaben zum Üben
Wofür steht die blaue Blume?
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Für die romantische Sehnsucht nach dem Unendlichen und Unerreichbaren.
Warum interessierten sich die Romantiker für Märchen und Volkslieder?
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Sie sahen darin eine ursprüngliche, echte Volkspoesie, die es zu bewahren galt.
Nenne drei typische Motive romantischer Lyrik.
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Nacht, Mond, Wanderschaft (auch Fernweh, Wald, Sehnsucht).
Fehler, die Punkte kosten
Die Romantik wird als Liebesromanze im heutigen Sinn verstanden.
„Romantisch“ meint hier eine Epoche mit Sehnsucht, Fantasie und Naturmystik, nicht nur Liebesgeschichten.
Klassik und Romantik werden als nacheinander folgend dargestellt, ohne Überschneidung.
Beide Epochen bestanden um 1800 zeitweise parallel.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 12 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.