Literaturepoche Sturm und Drang
Du lernst den Sturm und Drang als Jugendbewegung der Literatur kennen: Gefühl, Genie und Freiheit, mit Goethes „Werther“ und Schillers „Räubern“.
Worum es geht
Der Sturm und Drang ist eine kurze, aber heftige Epoche der deutschen Literatur, etwa von 1767 bis 1785. Ihren Namen hat sie von Friedrich Maximilian Klingers Drama „Sturm und Drang“ (1776). Die Autoren waren meist junge Männer um die zwanzig. Sie lehnten sich gegen die Vernunftbetonung der Aufklärung und gegen gesellschaftliche Zwänge auf.
Zentrale Ideen
- Gefühl und Leidenschaft statt kühler Vernunft
- Genie: Der schöpferische Mensch folgt seiner eigenen Natur, nicht Regeln.
- Natur als Ort von Freiheit und Echtheit
- Freiheit des Einzelnen gegen Standesschranken und Tyrannei
- Rebellion gegen Väter, Fürsten und starre Konventionen
Wichtige Werke
- „Die Leiden des jungen Werthers“ (Johann Wolfgang Goethe, 1774): Briefroman über einen jungen Mann, der an seiner unerfüllten Liebe zu Lotte und an der Enge der Gesellschaft zerbricht und sich das Leben nimmt. Der Roman löste eine regelrechte Werther-Mode aus.
- „Die Räuber“ (Friedrich Schiller, 1781, Uraufführung 1782): Karl Moor wird durch eine Intrige seines Bruders Franz verstoßen und wird zum Anführer einer Räuberbande, die gegen Ungerechtigkeit kämpft und selbst Unrecht begeht.
- „Prometheus“ (Goethe, um 1774): Gedicht, in dem der Titan Prometheus Zeus trotzt. Es ist ein Bild für den selbstbewussten, schöpferischen Menschen.
- „Kabale und Liebe“ (Schiller, 1784): bürgerliches Trauerspiel über eine Liebe über Standesgrenzen hinweg, die an höfischen Intrigen scheitert.
Sprache
Ausrufe, Gedankenstriche, abgebrochene Sätze, Kraftausdrücke und Wortneuschöpfungen sollten Gefühl unmittelbar ausdrücken. Bewusst wurden Regeln gebrochen.
Übergang
Goethe und Schiller wandten sich später von der Maßlosigkeit des Sturm und Drang ab und begründeten die Weimarer Klassik.
Kurz gemerkt
Sturm und Drang (etwa 1767 bis 1785): Gefühl, Genie, Natur und Freiheit gegen Vernunftkult und gesellschaftliche Zwänge. Schlüsselwerke: Goethes „Werther“ und Schillers „Räuber“.
Beispiele
Beispiel 1
- Gefühl: Werther erlebt Liebe und Natur mit großer Leidenschaft, seine Briefe sind voller Ausrufe.
- Konflikt mit der Gesellschaft: Er scheitert an Standesgrenzen und Konventionen, etwa als er in adliger Gesellschaft gedemütigt wird.
Ergebnis Gefühlsbetonung und der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft
Beispiel 2
- Aufklärung: Vernunft, Ordnung, Belehrung
- Sturm und Drang: Gefühl, Regelbruch, Selbstverwirklichung
Ergebnis Der Sturm und Drang setzt das Gefühl gegen die Vernunft der Aufklärung, teilt aber deren Kritik an Willkür und Standesgrenzen.
Jetzt bist du dran
Woher hat die Epoche ihren Namen?
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Von Klingers Drama „Sturm und Drang“ aus dem Jahr 1776.
Was versteht man unter dem „Genie“ im Sturm und Drang?
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Den schöpferischen Menschen, der aus sich selbst heraus gestaltet, ohne sich an Regeln zu halten.
In welcher Form ist der „Werther“ geschrieben?
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Als Briefroman.
Häufige Fehler vermeiden
Der Sturm und Drang wird als Gegenbewegung ohne jede Gemeinsamkeit mit der Aufklärung beschrieben.
Beide kritisieren Willkür und Standesdünkel. Der Unterschied liegt in Gefühl statt Vernunft.
Schillers „Räuber“ wird der Klassik zugeordnet.
„Die Räuber“ (1781) ist ein Hauptwerk des Sturm und Drang.
Hinweis zur Klassenstufe
Dieses Thema steht in vielen Bundesländern in Klasse 11 auf dem Lehrplan. Je nach Land und Schulform kann es früher oder später kommen.