Zellzyklus und Mitose
Du lernst den Zellzyklus mit Interphase und Mitose kennen, beschreibst die Phasen der Kernteilung und verstehst, warum die Tochterzellen erbgleich sind.
So funktioniert es
Ein Mensch entwickelt sich aus einer einzigen befruchteten Eizelle zu einem Körper aus Billionen Zellen. Auch später werden ständig Zellen ersetzt, etwa in der Haut oder im Darm. Dafür teilen sich Zellen durch Mitose: Aus einer Zelle entstehen zwei erbgleiche Tochterzellen.
Der Zellzyklus
Eine Zelle durchläuft immer wieder denselben Kreislauf:
- Interphase: die Zeit zwischen zwei Teilungen. Die Zelle wächst, arbeitet und verdoppelt ihre DNA (Replikation). Danach besteht jedes Chromosom aus zwei identischen Chromatiden, die am Zentromer zusammenhängen.
- Mitose: Teilung des Zellkerns
- Cytokinese: Teilung des Zellplasmas in zwei Zellen
Die Phasen der Mitose
- Prophase: Die Chromosomen verdichten sich und werden im Mikroskop sichtbar. Die Kernhülle löst sich auf, der Spindelapparat aus Fasern bildet sich.
- Metaphase: Die Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene in der Zellmitte an. Die Spindelfasern heften sich an die Zentromere.
- Anaphase: Die Spindelfasern ziehen die Chromatiden jedes Chromosoms auseinander, je eine zu jedem Zellpol.
- Telophase: An den Polen bilden sich neue Kernhüllen, die Chromosomen entspiralisieren sich. Anschließend teilt sich die Zelle.
Eselsbrücke für die Reihenfolge: Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase, etwa „Peter Macht Anna Tee“.
Ergebnis
Jede Tochterzelle hat genau dieselben Chromosomen wie die Mutterzelle, beim Menschen also wieder 46. Die Erbinformation wird vollständig und unverändert weitergegeben.
Bedeutung und Störungen
Mitose ermöglicht Wachstum, Regeneration (Wundheilung) und bei manchen Lebewesen ungeschlechtliche Fortpflanzung. Normalerweise wird die Zellteilung streng kontrolliert. Teilen sich Zellen unkontrolliert, kann Krebs entstehen.
Untersuchen
Mitosephasen kann man gut in der Wurzelspitze von Zwiebeln unter dem Mikroskop beobachten, weil sich dort viele Zellen teilen.
Merksatz
Mitose erzeugt zwei erbgleiche Tochterzellen. Vorher wird in der Interphase die DNA verdoppelt. Phasen: Prophase (Chromosomen verdichten sich), Metaphase (Anordnung in der Mitte), Anaphase (Chromatiden werden getrennt), Telophase (neue Kerne).
So sieht es in der Praxis aus
Beispiel 1
- Anordnung in der Äquatorialebene ist typisch für die Metaphase.
Ergebnis Metaphase
Beispiel 2
- Die Mitose gibt die vollständige Chromosomenzahl weiter.
Ergebnis Jede Tochterzelle hat wieder 78 Chromosomen.
Übungen
Was geschieht in der Interphase mit der DNA?
Lösung anzeigen
Sie wird verdoppelt (Replikation).
In welcher Phase werden die Chromatiden zu den Polen gezogen?
Lösung anzeigen
In der Anaphase.
Wozu braucht der Körper die Mitose?
Lösung anzeigen
Für Wachstum, Regeneration und den Ersatz abgestorbener Zellen.
Darauf solltest du achten
Die DNA-Verdopplung wird in die Prophase gelegt.
Die Replikation findet vorher in der Interphase statt.
Mitose und Meiose werden gleichgesetzt.
Die Mitose erzeugt erbgleiche Zellen mit vollem Chromosomensatz, die Meiose Keimzellen mit halbem Satz.
Hinweis zur Klassenstufe
Die Einordnung in Klasse 10 folgt verbreiteten Lehrplänen. Maßgeblich ist, was deine Lehrkraft für die Arbeit angekündigt hat.