Zum Inhalt springen
lektion.net

Biologie · Klasse 10

Die Mendelschen Regeln

Lesezeit etwa 3 Minuten · 2 Beispiele · 3 Übungen · Redaktion Lektion.net · Stand 11.10.2026

Du lernst die Grundbegriffe der Vererbung kennen, wendest die drei Mendelschen Regeln an und stellst Kreuzungen mit dem Kreuzungsschema dar.

Erklärung

Der Augustinermönch Gregor Mendel führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Klostergarten in Brünn Kreuzungsversuche mit Erbsen durch. 1866 veröffentlichte er seine Ergebnisse. Sie wurden erst um 1900 wiederentdeckt und gelten als Grundlage der Genetik.

Grundbegriffe

  • Gen: Erbanlage für ein Merkmal, zum Beispiel die Blütenfarbe
  • Allel: Variante eines Gens, zum Beispiel „rote Blüte“ oder „weiße Blüte“
  • Genotyp: die Kombination der Allele (zum Beispiel Rr)
  • Phänotyp: das sichtbare Erscheinungsbild (zum Beispiel rote Blüte)
  • homozygot (reinerbig): zwei gleiche Allele (RR oder rr)
  • heterozygot (mischerbig): zwei verschiedene Allele (Rr)
  • dominant: Das Allel setzt sich durch, Großbuchstabe (R)
  • rezessiv: Das Allel wird überdeckt, Kleinbuchstabe (r). Es zeigt sich nur bei rr.

1. Uniformitätsregel

Kreuzt man zwei reinerbige Eltern (P-Generation), die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle Nachkommen der F₁-Generation gleich (uniform).

RR × rr → alle Rr (rot)

2. Spaltungsregel

Kreuzt man die F₁-Pflanzen untereinander, spaltet sich die F₂-Generation auf:

Rr × Rr → RR, Rr, Rr, rr

Phänotypisch im Verhältnis 3 : 1 (drei rot, einer weiß), genotypisch 1 : 2 : 1.

3. Unabhängigkeitsregel

Bei zwei Merkmalen, deren Gene auf verschiedenen Chromosomen liegen, werden die Allele unabhängig voneinander vererbt. In der F₂ eines dihybriden Erbgangs ergibt sich das Verhältnis 9 : 3 : 3 : 1.

Das Kreuzungsschema

Man schreibt die möglichen Keimzellen eines Elternteils an den Rand einer Tabelle, die des anderen oben, und kombiniert sie in den Feldern (Punnett-Quadrat). Jedes Feld ist gleich wahrscheinlich.

Intermediärer Erbgang

Nicht immer ist ein Allel dominant. Bei der Wunderblume ergibt Rot × Weiß in der F₁ rosa Blüten. Das nennt man intermediär. In der F₂ spalten sich die Phänotypen dann 1 : 2 : 1 auf.

Rückkreuzung

Ob ein Tier mit dominantem Phänotyp homozygot oder heterozygot ist, prüft man durch Kreuzung mit einem rezessiv homozygoten Partner. Treten rezessive Nachkommen auf, war es heterozygot.

Merke

Uniformitätsregel: Reinerbige Eltern ergeben uniforme F₁. Spaltungsregel: F₁ × F₁ ergibt 3 : 1 (dominant-rezessiv) bzw. 1 : 2 : 1 (intermediär). Unabhängigkeitsregel: Merkmale auf verschiedenen Chromosomen werden unabhängig vererbt (9 : 3 : 3 : 1).

Beispiele mit Lösungsweg

Beispiel 1

Bei Erbsen ist gelbe Samenfarbe (G) dominant über grüne (g). Eine heterozygote gelbe Pflanze wird mit einer grünen gekreuzt. Welche Nachkommen erwartest du?
  1. Keimzellen: Gg bildet G und g, gg bildet nur g
  2. Kombinationen: Gg und gg, je zur Hälfte

Ergebnis 50 % gelb (Gg) und 50 % grün (gg), Verhältnis 1 : 1

Beispiel 2

In der F₂ einer Kreuzung erhält man 750 Pflanzen. Wie viele zeigen etwa das rezessive Merkmal?
  1. Spaltungsregel: Verhältnis 3 : 1, also ¼ rezessiv
  2. 750 : 4 = 187,5

Ergebnis etwa 188 Pflanzen

Aufgaben zum Üben

Decke die Lösung ab, bis du eine eigene Antwort hast.

  1. Was ist der Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp?

    Lösung anzeigen

    Der Genotyp ist die Allelkombination, der Phänotyp das sichtbare Merkmal.

  2. Welches Zahlenverhältnis zeigen die Genotypen in der F₂ eines monohybriden Erbgangs?

    Lösung anzeigen

    1 : 2 : 1 (AA : Aa : aa).

  3. Zwei braunäugige Eltern bekommen ein blauäugiges Kind (blau rezessiv). Welche Genotypen haben die Eltern?

    Lösung anzeigen

    Beide sind heterozygot (Bb). Hinweis: Die Augenfarbe wird in Wirklichkeit von mehreren Genen bestimmt, das Beispiel ist vereinfacht.

Fehler, die Punkte kosten

  • Ein dominantes Merkmal wird automatisch für häufiger gehalten.

    Dominant bedeutet nur, dass sich das Allel im heterozygoten Zustand durchsetzt, nicht, dass es häufiger vorkommt.

  • In der F₂ wird das Verhältnis 3 : 1 für jede kleine Stichprobe exakt erwartet.

    Die Verhältnisse sind Wahrscheinlichkeiten. Bei wenigen Nachkommen kann es deutlich abweichen.

Hinweis zur Klassenstufe

Wir ordnen das Thema Klasse 10 zu, weil es dort in den meisten Lehrplänen vorkommt. Bei dir kann die Reihenfolge abweichen.

Nachhilfe · kostenlos anfragen

Nachhilfe für dein Kind finden

Online oder vor Ort, einzeln oder in der Gruppe: Ein kurzes Formular genügt.

  • Alle Fächer, Klasse 1 bis 13
  • Online oder vor Ort
  • Kostenlos und unverbindlich

Kostenloser Vermittlungsservice. Für die Vermittlung erhalten wir gegebenenfalls eine Vergütung von unseren Partnern, für dich entstehen keine Kosten.

✉ Nachhilfe finden